Quälend leidige Standortdiskussion

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Zur Standortfrage für die Heimat und den Theateranbau erklärt der Schleswiger SPD-Fraktionsvorsitzende Stephan Dose:

„Vor einer erneuten Standortdiskussion kann man nur warnen. Wenn man den Ausführungen der Gewoba folgen würde, dann ginge es dabei nicht nur um den Standort für das Theater, sondern auch für die Heimat. Als sich die Gewoba seinerzeit an dem Erwerb der Grundstücke beteiligte, waren die Rahmenbedingungen bekannt. Man wusste, dass dort die Heimat ihren Betrieb hat und ein Anbau für das Theater geplant ist.

Sofern der Kreis Schleswig-Flensburg bereit ist, den Anbau mit einer Mio. € zu fördern, wird auch die Ratsversammlung sicher bereit sein, die Deckungslücke zu den kalkulierten 12 Mio. zu schließen. Damit kann die vorbereitete europaweite Ausschreibung dann auf den Weg gebracht werden. Eine neue Standortdiskussion würde bedeuten, dass man erneute Kostenschätzungen und Machbarkeitsstudien erstellen lassen muss. Es würde eine erneute politische Diskussion nach sich ziehen, nachdem man für den Standort auf der Freiheit endlich eine politische Übereinstimmung erzielt hatte. Wenn die Kostenschätzungen vorliegen, müssten sämtliche Gespräche mit der Landesregierung, den kommunalen Spitzenverbänden und dem Kreis wieder von vorn beginnen, denn die Förderzusagen gelten allesamt lediglich für den Standort auf der Freiheit. Das alles würde weitere 2-3  Jahre Verzögerung bedeuten und anschließend die erneute Vorbereitung eines europaweiten Wettbewerbs.

An dieser Stelle sei daran erinnert, dass die letzte Kostenschätzung für einen Theaterneubau auf dem Lollfuß bei rd. 17 bis 19 Mio. lag – je nach Größe. Diese Schätzung ist aus Ende 2014/Anfang 2015 und müsste mit der entsprechenden Kostensteigerung im Baubereich auf fast 10 Jahre hochgerechnet werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die damalige Kostenschätzung sich auf einen Theaterbau bezieht. Das Thema Multifunktionalität bzw. Nutzung des Angebots der Heimat ist nicht berücksichtigt. Für einen neuen Standort, der auch die Heimat beinhalten sollte, wäre deutlich mehr Platzbedarf nötig, damit weitere Kosten. Es erscheint daher unrealistisch, dass eine Finanzierung dafür zustande käme, mal ganz abgesehen von dem weiteren erheblichen Zeitverlust.

Aus den genannten Gründen gefährdet eine erneute Standortdiskussion daher nicht nur den Theaterstandort Schleswig, sondern auch den Bestand der Heimat. Die Schleswiger SPD-Fraktion verfolgt daher weiterhin das Ziel, sowohl den Betrieb der Heimat als auch den Theaterstandort Schleswig zu sichern und damit ein in der gesamten Region einmaliges kulturelles Angebot an diesem Standort anzubieten. Stand heute ist das nur auf dem Gelände der Freiheit realisierbar. Abgesehen davon, sind die Schleswigerinnen und Schleswiger diese ewige und quälende Standortdiskussion leid.

Ferner besteht nach wie vor der politische Wille – zumindest der SPD-Fraktion – auf dem Gelände der Freiheit auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Wenn man der Presseberichterstattung folgt, dann wendet sich die CDU offenbar von dieser Position ab und will dort offenbar wieder einen Stadtteil schaffen, der nur der sehr wohlhabenden Bevölkerung zugänglich ist. Das ist bedauerlich.“

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