Falsche Darstellung

Fraktionsvorsitzender Stephan Dose Bild: SPD Schleswig

In der heutigen Berichterstattung zur Sondersitzung des Schulausschusses berichten die Schleswiger Nachrichten, dass es weder von der SPD, noch von den Grünen oder dem SSW eine inhaltliche Wortmeldung gab. Diese Darstellung ist falsch!

Frau Callsen-Mumm und ich haben uns sehr wohl inhaltlich mit dem CDU-Antrag auseinander gesetzt und sinngemäß wie folgt Stellung genommen:

Der CDU-Antrag hatte ja im Wesentlichen 3 Argumente:

  1. Durch das Verlassen eines Doppeljahrgangs müssten Räume frei sein
  2. Wenn nicht, dann könnte man das LOZ nutzen
  3. Der Elternwille ist für die CDU tragend

Zu 1. Es gibt hier unterschiedliche Darstellungen der Schulleitung und der Verwaltung. Schulleitung sagt, es gibt freie Räume. Verwaltung hält diese Räume nicht für geeignet und hat das begründet. Der Bürgermeister hat einen  formalen Widerspruch gegen die Darstellung der Domschule angekündigt. Die Mitglieder des Schulausschusses müssen diese Aussage des Bürgermeisters gewichten und in der Entscheidung berücksichtigen. Es wäre eher kritisch zu sehen, wenn der Schulausschuss einen formalen Widerspruch des Bürgermeisters ignorieren würde. Ferner hat der Schulausschuss eine Verantwortung für alle Schulen in Schleswig und nicht nur für die Domschule. In der Stellungnahme der Lornsenschule wurde deutlich gesagt, dass es für die Lornsenschule sehr negative Auswirkungen hätte, wenn die Domschule mal vierzügig, dann wieder fünfzügig, dann wieder zwei Jahre vierzügig und dann wieder fünfzügig aufnehmen würde. Es gibt dort erhebliche Befürchtungen, dass man die dort entwickelten pädagogischen Konzepte nicht mehr umsetzen kann. Und auch diese Argumente der Lornsenschule muss der Schulausschuss berücksichtigen. Weil der Schulausschuss eine Verantwortung für alle Schleswiger Schulen hat und eben nicht nur für die Domschule

Zu2. Die Nutzung von externen Liegenschaften ist selbst von der Domschule nicht gewollt und kann auch nicht im Interesse der Schülerinnen und Schüler sein

Zu 3. Elternwille. Was ist der Elternwille? Der Wille der Eltern der 26 abgelehnten Kinder ist klar. Dabei können wir die Wut und Enttäuschung der Eltern absolut verstehen. Aber es gibt ja auch den Willen der Eltern, die ihre 116 Kinder an der Domschule angemeldet haben , ausgehend von einer Vierzügigkeit. Dann gibt es die rd. 950 Schülerinnen und Schüler an der Domschule, die sich nach jahrelanger Raumnot nun endlich auf eine entspanntere Raumsituation freuen können. Welches Gewicht hat bei der CDU dieser Elternwille? Und letztendlich sei dann noch gesagt, dass für die CDU der Elternwille der Eltern der Bruno-Lorenzen-Schule auch nicht maßgeblich war, als dort Kinder abgelehnt werden mussten und dann zur Gallbergschule gewechselt sind. Ebensowenig war für CDU der Elternwille an der Bruno-Lorenzen-Schule bedeutend, als der Antrag auf Einrichtung einer Oberstufe seitens des Schulausschusses abgelehnt wurde.

Die SPD-Fraktion hat bei allen Entscheidungen , und so auch heute , die Verantwortung für die gesamte Schullandschaft in Schleswig im Blick gehabt. Und deswegen wird der CDU-Antrag von uns abgelehnt.

Ferner haben wir uns noch mit der in der Lenkungsgruppe einvernehmlich festgelegten Kapazitätsgrenze beschäftigt.

Wenn das eben genannte für die Schleswiger Nachrichten keine inhaltliche Befassung mit dem CDU-Antrag ist, was ist es denn dann?

Zudem hat Frau Tams für die Grünen sehr wohl eine Stellungnahme abgebeben, in der sie die G8 und G9 Problematik an einem Standort erläutert hat, die wir aber in Schleswig nicht lesen können , jedenfalls nicht zu Lasten einer Schule. Sie hat auch erklärt, dass Änderungen der Kapazitätsgrenzen doch zunächst in der Lenkungsgruppe thematisiert werden sollten. Ferner wollte sie , wich auch Herr Lehmkuhl von der CDU ,eine Übersicht über alle an den Schleswiger Schulen vorhandenen Räume. Herr Heide hat für den SSW erklärt, den CDU-Antrag abzulehnen , auch aufgrund der Vorgehensweise der CDU.

Ferner wird in dem Bericht nicht erwähnt, dass es im Rahmen der Einwohnerfragestunde drei Wortmeldungen gab, die den CDU-Antrag sehr kritisch gesehen haben (Herr Pahlenkämper, Herr Schady und die Mutter eines Kindes an der Lornsenschule) Zur Aussage von Herrn Duncker berichten die SN  lediglich, dass die Lornsenschule Verlässlichkeit braucht, sie erwähnen nicht, dass eine ständig wechselnde Zägigkeit an  Domschule negative Auswirkungen auf die Lornsenschule hat (s. o. zu den pädagogischen Konzepten). Zudem hat Herr Kischkat mehrfach begründet, warum er die von Herrn Reußner gemeldeten Räume für nicht geeignet hält und auch das findet sich in dem Bericht nicht wieder.

Ich finde es sehr bedauerlich, dass die heutige Berichterstattung in dieser wichtigen Frage so , wie ich finde , einseitig ist. Aber meine Wahrnehmung ist natürlich ebenfalls subjektiv. Dass wir uns jedoch nicht inhaltlich mit dem Thema auseinandergesetzt haben, stimmt so nicht.

Schleswig, 14. April 2016

Stephan Dose

Berichterstattung der Schleswiger Nachrichten vom 14. April 2016

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